Es gibt keine feste Zahl, die für jede Familie passt. Sinnvoll ist der Betrag, den du dauerhaft und ohne Druck zurücklegen kannst. Schon 25 Euro im Monat ergeben über 18 Jahre 5.400 Euro an reinen Einzahlungen.
Sobald du anfängst, dich mit Vorsorge fürs Kind zu beschäftigen, taucht fast immer dieselbe Frage auf: Wie viel soll ich eigentlich zurücklegen? Eine Zahl, die für alle stimmt, gibt es nicht. Das klingt erst mal unbefriedigend, nimmt aber den Druck raus.
Viele Eltern schieben das Sparen genau wegen dieser Frage vor sich her. Sie haben das Gefühl, es gäbe einen richtigen Betrag, den sie noch nicht kennen, und so lange sie ihn nicht kennen, fangen sie lieber gar nicht erst an. Dabei ist die Frage nach dem Wie-viel selten die erste, die du beantworten musst.
Es gibt keine Pauschalzahl, und das ist in Ordnung
Ratgeber werfen gern mit Faustregeln um sich: so und so viel Prozent vom Einkommen, ein fester Betrag pro Monat, eine runde Summe bis zur Volljährigkeit. Das klingt konkret, passt aber selten zu deinem echten Leben. Eine Familie mit zwei Einkommen hat andere Spielräume als ein Elternteil, das allein wirtschaftet. Wer früh anfängt, braucht weniger als jemand, der spät startet.
Bessere Frage: Welcher Betrag tut dir auch in einem knappen Monat nicht weh? Den hältst du nämlich durch, und nur darauf kommt es an.
Kleine Beträge zählen mehr, als du denkst
Es muss nicht viel sein. Wichtig ist, dass es regelmäßig kommt und über Jahre läuft. Ein einfaches Rechenbeispiel, ganz ohne Annahmen über Wertentwicklung, nur die reinen Einzahlungen:
- 25 Euro im Monat ergeben über 18 Jahre eingezahlte 5.400 Euro.
- 50 Euro im Monat ergeben über 18 Jahre eingezahlte 10.800 Euro.
- 100 Euro im Monat ergeben über 18 Jahre eingezahlte 21.600 Euro.
Das sind nur die Beträge, die du selbst zurücklegst. Sie zeigen aber schon, wie viel Wirkung Zeit und Regelmäßigkeit haben. Ein kleiner Betrag, lange durchgehalten, bringt dich weiter als ein großer, den du nach ein paar Monaten wieder pausierst.
Die beste Sparrate ist die, die du in zehn Jahren immer noch zahlst, ohne darüber nachzudenken.
Was deine Situation wirklich bestimmt
Statt einer Zahl helfen dir vier Fragen weiter, um deinen Betrag zu finden:
- Dein Budget: Was kannst du dauerhaft entbehren, ohne dass es eng wird? Lieber etwas weniger ansetzen und dafür verlässlich.
- Dein Zeithorizont: Wie alt ist dein Kind heute? Je mehr Jahre vor euch liegen, desto kleiner darf der monatliche Betrag sein.
- Dein Ziel: Soll später der Führerschein leichter fallen, die Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder einfach ein ruhiges Startkapital? Ein grobes Ziel hilft, die Größenordnung einzuschätzen, mehr dazu unter Für Ausbildung und Startkapital sparen.
- Deine Flexibilität: Wie wichtig ist dir, den Betrag später anpassen oder pausieren zu können? Das Leben ändert sich, deine Vorsorge sollte das mitmachen.
Eine ehrliche Faustregel
Wenn du trotzdem einen Anhaltspunkt möchtest: Fang mit einem Betrag an, den du auch dann noch zahlst, wenn ein Monat mal teuer wird. Für viele Familien sind das zwischen 25 und 75 Euro. Du kannst jederzeit erhöhen, wenn mehr Luft da ist. Aber starte lieber klein und verlässlich, als groß und mit schlechtem Gewissen.
Wie das Geld am Ende angelegt wird, klärst du später
Bei diesem Artikel geht es bewusst nur um das Wie-viel, nicht um das Wie. Welcher Weg konkret zu deiner Familie passt, hängt von deiner Situation, deinem Ziel und deinem Bauchgefühl ab. Das besprichst du in Ruhe in einem persönlichen Gespräch, ohne dass dir dabei etwas verkauft wird. Erst verstehen, dann entscheiden.
Alleinerziehend oder kleines Budget?
Dann gilt das alles erst recht. Vorsorge fürs Kind muss kein Kraftakt sein. Es geht nicht darum, viel zu stemmen, sondern eine Lösung zu finden, die zu deinem Leben passt. Auch kleine Beträge sind ein guter Anfang, und du musst dich für deine Möglichkeiten vor niemandem rechtfertigen. Mehr dazu im Beitrag Vorsorge als alleinerziehender Elternteil.
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Vorsorge-Kompass startenHäufige Fragen
Wie viel Geld sollte ich monatlich fürs Kind sparen?
Ab wann sollte ich anfangen?
Lohnt es sich, auch kleine Beträge zu sparen?
Was mache ich, wenn ich mal nicht sparen kann?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Aufklärung. Er stellt keine individuelle Empfehlung dar, und es werden keine Aussagen über künftige Wertentwicklungen getroffen. Welcher Weg zu deiner Familie passt, klären wir gemeinsam im persönlichen Gespräch.